ProbandInnen (m/w) gesucht!

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ProbandInnen (m/w) gesucht!

Noch gibt es die Möglichkeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Salzburger Landeskliniken (SALK) am Projekt GISMO mitzuwirken. Wir laden all diejenigen, die ihren Arbeitsweg endlich aktiv für ihre Gesundheitsvorsorge nutze möchten ein, sich zu melden und Teil eines hoch innovativen Forschungsprojekts zu werden!

Umfrage: Bike Sharing in Salzburg

Bike Sharing System Salzburg

Bike-Sharing-Systeme haben sich in den letzten Jahren besonders in Städten als taugliche Mobilitätsoption für kurze Wege entwickelt. Sie werden als dichtes Netz von Fahrradverleihstationen betrieben, an denen Räder jederzeit ausgeliehen werden können. Einfacher Zugang und flexible Rückgabe zeichnen solche Systeme aus.

Welches Potenzial hätte ein Bike-Sharing-System in Salzburg?

Um die Bedürfnisse und Wünsche von potentiellen Nutzerinnen und Nutzern in der Stadt Salzburg besser kennen zu lernen, führt das Mobilitätslabor der Universität Salzburg am Fachbereich Geoinformatik im Auftrag der Salzburg AG und der Stadt Salzburg eine offene Umfrage durch. Rückfragen und Anregungen können gerne an das Team des GI Mobility Lab gesendet werden: gimobility@sbg.ac.at.

Hier geht es zur Umfrage: https://de.surveymonkey.com/r/deinrad

Die Umfrage nimmt ca. 10 Minuten in Anspruch und ist bis Ende Oktober 2016 geöffnet.

Die beste Information für RadfahrerInnen im Bundesland Salzburg

2016-06-15-gebietserweiterungSeit 2012 ist der Interfakultäre Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS, gemeinsam mit der Firma TraffiCon GmbH dafür verantwortlich, dass RadfahrerInnen in Salzburg die beste Information erhalten, um sicher und komfortabel ans Ziel kommen.
Was mit einem Radroutenplaner für die Stadt Salzburg begann, hat sich über die Jahre zu einem umfassenden Informationsportal für das gesamte Bundesland Salzburg, samt vier angrenzenden Gemeinden in Bayern entwickelt.

Die Radlkarte Salzburg in der aktuellen Ausbaustufe weist Eigenschaften auf bzw. hält zahlreiche Features bereit, die in anderen Radroutenplanern nicht zu finden sind:

  • Datengrundlage: Die Radlkarte baut auf behördlichen Daten auf, die in der Graphenintegrationsplattform (GIP) des Landes gespeichert werden und – zum größten Teil – nunmehr als OGD publiziert werden. Für die Radlkarte werden die Daten in Bezug auf den Radverkehr qualitätsgeprüft und für die spezifische Anforderung eines Radroutings modelliert (siehe dazu Loidl et al. 2015). Dadurch kann die Plausibilität des Ergebnisses, im Vergleich zu Routenplanern die auf der gleichen Datengrundlage aufbauen, noch einmal signifikant verbessert werden.
  • Routingkriterien: Neben der kürzesten Verbindung zwischen Start- und Zielort, erlaubt die Radlkarte auch die Berechnung einer “empfohlenen” Route. Dahinter steht ein umfangreiches Modell, welches die Routen hinsichtlich der Verkehrssicherheit optimiert. Folglich führen empfohlene Routen vor allem über Radwege, verkehrsberuhigte Nebenstraßen und entlang beschilderter Verbindungen.
  • Routeninformation: Nach der Berechnung einer Route wird diese nicht nur im Kartenfenster angezeigt, sondern mit zusätzlicher Information beschrieben. Dazu zählt neben einer detaillierten Wegbeschreibung (die in der mobilen Anwendung per Sprachanweisung kommuniziert wird), eine detaillierte Steigungsinformation, die durchschnittlich verbrannten Kalorien und die finanziellen Einsparungen im Vergleich zum amtlichen Kilometergeld.
  • Zusatzinformation: Ein echtes Hightlight der Radlkarte Salzburg ist die Integration hoch genauer Wetterdaten, die von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden. Neben der Temperatur kann die Regenprognose mit einem Vorlauf von bis zu 2 Stunden direkt im Kartenfenster angezeigt werden. Als weitere Echtzeitinformation werden die Abfahrtszeiten der S-Bahn an allen Stationen des Bundeslandes in die Karte integriert. Regionale und überregionale Radrouten können in der Radlkarte ebenso angezeigt werden, wie Abstellanlagen, Werkstätten oder Bildungseinrichtungen.

Das Ergebnis der Projekte zur Radlkarte ist für uns nicht nur aus akademischer Sicht zufriedenstellend, sondern wird von den Auftraggebern – Stadt und Land Salzburg – gerne als Beispiel für informationsunterstützte Radverkehrsförderung präsentiert; beispielsweise beim letzten Salzburger Radvernetzungstreffen:

https://twitter.com/gicycle_/status/718079924171620354

Besonders freuen wir uns, dass es uns nicht nur gelungen ist, ein viel beachtetes Fahrradrouting zu entwickeln, sondern räumliche Information als elementaren Bestandteil einer umfassenden Radverkehrsförderung zu positionieren. So konnten wir den “Portalgedanke” bei der Informationsbereitstellung ebenso anstoßen (Stadt und Land Salzburg haben mit dem Aufbau der Dachmarke salzburgrad.at begonnen), wie einen Beitrag zur neu erstellten Radverkehrsstrategie des Landes Salzburg leisten.

Projektabschluss “Radlkarte 2.0”

Das vom Klima- und Energiefond geförderte Projekt “Radlkarte 2.0” wurde heute mit einer gelungenen Abschlussveranstaltung in Salzburg offiziell beendet. Neben den Fördernehmern, Stadt und Land Salzburg, waren am Projekt die beiden Firmen TraffiCon und mogree als Wirtschaftspartner und das GI Mobility Lab des Fachbereichs für Geoinformatik (Uni Salzburg) beteiligt.
Im Zuge des Projekts wurde der digitale Straßengraph des Magistrats der Stadt Salzburg in die landesweite Graphenintegrationsplattform (GIP) überführt. Interessanterweise stellte sich die Fahrradroutinganwendung Radlkarte, als tauglicher Hebel bzw. Motivator für diesen umfassenden Innovationsschritt im Bereich der behördlichen Datenhaltung heraus.

twitterDie Beiträge des GI Mobility Labs umfassten die Begleitung der Datenmigration und die Evaluierung des resultierenden, harmonisierten Datenbestands hinsichtlich seiner Datenqualität, sowie die Adaption und Bereitstellung des Indikatoren-basierten Sicherheitsindex’. Dank dieses Modellierungsschritts konnte eine signifikante Verbesserung der Analyseergebnisse in der Routinganwendung erzielt werden. Dieser qualitative Unterschied wird sichtbar, wenn sich Routingergebnisse, die auf der exakt gleichen Datengrundlage basieren, hinsichtlich ihrer Plausibilität  unterscheiden (siehe dazu diesen Blogpost von Martin).

Dass die Ergebnisse, die im Rahmen des Projekts “Radlkarte 2.0” erzielt wurden, von Relevanz sind, zeigt das bereits laufende Folgeprojekt “Radlkarte XL”, welches von Stadt und Land Salzburg im Sommer beauftragt wurde und zum Jahreswechsel 2015/16 abgeschlossen sein wird. Ebenso erfreulich sind die Interessensbekundungen von bundesweiten Diensten und Konsortien (GIP, VAO) die Erkenntnisse und Innovationen aus dem Projekt “Radlkarte 2.0” flächenhaft zu implementieren.

Von den Basisfunktionalitäten des (nach außen sichtbaren) Projektergebnisses kann man sich im folgenden, vom Land Salzburg erstellten Imagefilm einen Eindruck verschaffen. Noch näher dran ist man natürlich auf www.radlkarte.info bzw. über die iOS und Android Apps.

GIS Day 2015

Station 7-1

Am Mittwoch den 18. November fand wieder der alljährliche GIS Day am Techno_Z in Salzburg statt. Es wurden insgesamt 7 Stationen für die anwesenden Schulklassen angeboten:

  • Die räumliche Komponente digitaler Überwachung
  • YouthMap5020 – Salzburgs neuer Jugendstadtplan
  • Positionierung mit Smartphone und GNSS (GPS etc.)
  • Vom Luftbild zur Karte
  • Openstreetmap – Wikipedia der Geoinformation
  • Setz doch nicht alles auf eine Karte!
  • radlkarte.info – Die intelligente Radlkarte für Salzburg

Die Station des GI Mobility Lab wurde von Robin Wendel und Jakob Miksch betreut. Zu Beginn gab es für die Schülerinnen und Schüler eine kurze Einführung in die vielen unterschiedlichen Aspekte in diesem Spannungsfeld. Eine kleine Umfrage wurde durchgeführt um herauszufinden mit welchen Verkehrsmitteln die Schüler zur Schule kommen. Dabei fiel auf, dass das Fahrrad bisher (noch) eine untergeordnete Rolle spielt. Zumeist kommen die Schüler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Es gibt allerdings auch einige die zu Fuß gehen, mit dem Auto gefahren werden oder mit dem Mofa unterwegs sind. Die Internetseite radlkarte.info wurde vorgestellt und auf neue Funktionen wie Regenradar oder Abfahrtsanzeige für S-Bahnen hingewiesen.

Nach der Einführung wurde die Schulklasse in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe durfte Poster mit Satellitenbildern von Salzburg untersuchen. Zuerst sollten die Schüler ihnen bekannte Orte wie den Bahnhof, ihre Schule oder die Salzburger Festung finden. Diese Aufgabe stellte bereits für viele Jugendliche eine Herausforderung dar. Im Anschluss sollten auf dem Poster für den Fahrradverkehr wichtige Stellen mit Aufklebern markiert werden. Dabei stand rot für gefährliche Stellen, grün für sichere Stellen. Die andere Gruppe durfte am Laptop selber die Internetseite radlkarte.info erkunden. Die Schüler sollten ihren eigenen Schulweg mit der Webanwendung berechnen und den empfohlenen Weg mit dem schnellsten Weg vergleichen. Insgesamt konnten wir ein Interesse zum Thema Radverkehr bei den Jugendlichen feststellen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Station den ein oder anderen Schüler dazu motivieren konnten in Zukunft öfter das Fahrrad zu benutzen.

International Cycling Safety Congress 2015

CaptureDer „International Cycling Safety Congress“ (ICSC) ist ein jährlich stattfindender, transdisziplinärer Kongress, der sich den zahlreichen Facetten der Radverkehrssicherheit widmet. Heuer fand die Veranstaltung an der Medizinischen Hochschule Hannover statt. Etwas mehr als 130 Experten von 26 Ländern aus den unterschiedlichsten Domänen tauschten sich während der letzten zwei Tage über medizinische, rechtliche, planerische und soziologische Aspekte der Radverkehrssicherheit aus.

Martin Loidl vom GI Mobility Lab stellte im Rahmen der Session „Overview of Cycling Safety“ die Möglichkeiten des GIS Einsatzes bei der Analyse von Fahrradunfällen und der Modellierung von Sicherheitsrisiken vor. Die Folien zur Präsentation sind hier und ein kurzer inhaltlicher Abriss hier verfügbar. Das gemeinschaftlich verfasste Conference Paper kann an dieser Stelle in einer Vorabversion gelesen werden.

Inhaltlich bot die Veranstaltung viele wichtige Impulse. Mehrere, durchaus auch kritische, Beiträge behandelten diverse Facetten von Feldstudien, so genannten Natural Cycling Studies. Hier ist sowohl paradigmatisch als auch technisch einiges in Bewegung, weshalb es spannend bleibt, welche Erkenntnisse aus derartigen Studiendesigns in Zukunft zu erwarten sein dürfen.
Ebenfalls breiten Raum nahmen Studien zu Kreuzungssituationen ein. Da rund 50% aller Unfälle im Kreuzungsbereich erfolgen ist dies keinesfalls verwunderlich. Insgesamt wurde sehr schön deutlich, dass isolierte Maßnahmen kaum Abhilfe schaffen, sondern nur integrierte Lösungen (Infrastruktur, Geschwindigkeit, soziales Verhalten) eine Verbesserung bewirken können.
Der Trend hin zu motorunterstützten Radfahren spiegelte sich natürlich in mehreren Beiträgen wider. Allerdings liegen bis dato kaum belastbare Aussagen zu Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit vor. Wie auch in der Fachliteratur, war das Thema der Helmpflicht als sicherheitsrelevante Maßnahme höchst umstritten. Während es Evidenzen sowohl auf der Seite der Befürworter als auch auf der Seite der Gegner einer allgemeinen Helmpflicht gibt, scheint der (mobilitäts-) kulturelle Hintergrund letztendlich ausschlaggebend für die jeweilige Gesetzeslage zu sein. Befürworter einer Helmpflicht argumentieren vor allem ausgehend von einer Minderung der Unfallfolgen, während Gegner einer Helmpflicht die proaktive Vermeidung von eben diesen Unfällen, beispielsweise durch infrastrukturelle Maßnahmen, als wesentlich effektiveren Ansatz propagieren.

Die Synthese aller auf der Konferenz gesammelten Eindrücke ist vor allem die, dass das Thema der Verkehrssicherheit erfolgskritisch bei der Förderung des Alltagsradverkehrs ist und es domänenübergreifende Kooperationen bedarf um eben diese Sicherheit in (urbanen) Verkehrssystemen etablieren zu können. Gewissermaßen als Integrationsplattform der verschiedenen Perspektiven auf das Thema bietet sich der geographische Raum, modelliert in Geoinformationssysteme, an.
Genau diesen Beitrag versuchen wir als Arbeitsgruppe in diversen Projekten und Initiativen mit unseren Modellierungs- und Analyseroutinen zu leisten!

Auf dem Weg zu intelligenter Mobilität: Klausur 2015

Die heurige Klausur des GI Mobility Labs stand unter dem Motto intelligenter Mobilität. Überlegt wurde vor allem, welche innovativen Beiträge mit Konzepten, Methoden und Werkzeugen der Geoinformatik geleistet werden können.

Ausgangspunkt unserer Überlegungen war der räumliche Charakter von Mobilität, also dem Überwinden von Raum. Wurde lange Zeit einfach der Raum für Mobilität optimiert und erweitert, indem beispielsweise neue oder breitere Straßen gebaut wurden, ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen den vorhandenen Raum effizienter zu nützen. Unter dem Schlagwort “Intelligente Transportsysteme” (ITS) ging bzw. geht es vor allem darum durch Information bestehende Mobilitätsformen zu optimieren und miteinander zu verzahnen. Intelligente Mobilität geht noch einen Schritt weiter. Nicht ein bestimmtes Transportsystem oder eine bestimmte Mobilitätsform soll für sich genommen optimiert werden, sondern das Überwinden des Raums, also die Mobilität selbst, soll intelligent ermöglicht werden. Intelligent meint dabei, dass Attribute wie Flexibilität und Effizenz mit Aspekten des Komforts, der Nachhaltigkeit oder der Gesundheitsförderung verbunden werden. Schon seit einigen Jahren zeichnet sich der paradigmatische Wechsel, vor allem in den Städten, ab: nicht mehr das Auto bzw. die Fortbewegung mit eben diesem, sondern die Befriedigung eines spezifischen Mobilitätsbedürfnisses steht im Vordergrund. Flexible Mobilitätsdienstleister wie Uber – unabhängig davon wie man dazu steht! -, integrierte Mobilitätsangebote (“Mobility as a Service”) oder expandierende Fahrradverleihsysteme sind Symptome eines sich rapide änderenden Mobilitätsumfelds.
Neben einem Wandel der Werte und des Lifestyles gibt es aber auch handfeste wirtschaftliche und ökologische Gründe für neue Ideen und Angebote für Mobilität. Volkswirtschaftliche Nachteile (von Gesundheitsfolge- bis Staukosten) einer autozentrierten Mobilität und ein wachsendes Bewusstsein für den Beitrag eine “verschwenderischen” motorisierten Individualverkehrs zwingen Entscheidungsträger zum Umdenken. Natürlich können Verkehrsleitsysteme, Tempobegrenzungen, Takterhöhungen des ÖV usw. gewisse Symptome einer krankenden Mobilität lindern. Nachhaltige Lösungen werden aber nur mit dem Mut Mobilität neu und anders zu denken und der Entwicklung neuer Angebote gelingen.

GIS als Integrationsplattform

GIS als Integrationsplattform

Wir sind der Überzeugung, dass gerade die Geographie bzw. die Geoinformatik in dieser Situation entscheidende Beiträge leisten kann. Durch eine ganzheitliche Betrachtung komplexer Systeme ist die geographische Brille so etwas wie ein Kaleidoskop, das es erlaubt verschiedene Sichten und Nutzungsformen des Mobilitätsraums (neu oder erstmalig) miteinander in Beziehung zu setzen und daraus neue Erkenntnisse abzuleiten. GIS ist als Werkzeug für den diagnostischen Einsatz etabliert, kann aber darüber hinaus auch wichtige Komponenten für intelligente Mobilität bereitstellen. Intelligente Planungstools basieren ebenso wie hoch dynamische, personalisierte Auskunftssysteme auf räumlicher Information, die aus einer Vielzahl an Daten abgeleitet werden kann.
In den nächsten Wochen und Monaten werden wir einige der bereits entwickelten Ansätze in prototypischen Webanwendungen vorstellen. Dabei wird es um personalisierte und adaptive Routenauskunft, um Werkzeuge für die Umfeldanalyse oder um die Berechnung der “Bikeability” für größere Einheiten gehen.
Vieles von dem, was wir im vergangenen Jahr gelernt und entwickelt haben, entstand in einem angenehmen Klima der Kooperation mit KollegInnen innerhalb und außerhalb von ZGIS. Diese Zusammenarbeiten, vor allem auch mit Experten mit anderen Hintergründen, sei es der behördliche, planerische oder sozialwissenschaftliche, erleben wir als besonders positiv. Wir sind uns sicher, dass gerade das Thema der Mobilität genau diese Transdisziplinarität erfordert, um intelligent und damit zukunftsfit zu werden.

Sehen was RadfahrerInnen sehen

… genau darum geht es im kürzlich gestarteten Forschungsprojekt “Bikealyze”.
Im Rahmen einer Naturalistic Cycling Study (Feldstudie) kann mittels mobilem Eyetracking und Videoaufzeichnung nachvollzogen werden, welche Sichtbeziehungen sich für RadfahrerInnen, vor allem im Kreuzungsbereich, ergeben. Mittels hoch genauer Positionssensoren werden diese Informationen mit der physischen Ausgestaltung des Straßenraums verbunden. Dies erlaubt es, Aussagen zu sicherheitsrelevanten, infrastrukturellen Gegebenheiten zu treffen und etwaige Optimierungen abzuleiten.

Das Projekt Bikealyze ist ein Forschungsprojekt, gefördert vom BMVIT im Rahmen des Programms “Mobilität der Zukunft“. Projektleiter ist die Forschungseinrichtung des Landes Salzburg, Salzburg Research. Neben dem Fachbereich für Geoinformatik (Z_GIS), sind folgende Partner in das multidisziplinäre Projekt involviert: PRISMA solutions, FACTUM und PlanSinn.

Foto0159Unser Beitrag im Projekt umfasst die möglichst genaue Modellierung des Radverkehrs innerhalb der verwendeten Datengrundlalge (GIP – Graphenintegrationsplattform) und die Durchführung und Auswertung der Feldstudie in Salzburg. Die Erfahrungen aus den vorangegangenen Projekten (v.a. Radlkarte) können hier optimal genutzt werden. Umgekehrt wird weiteres Know-How, vor allem hinsichtlich der Radverkehrssicherheit im Kreuzungsbereich, erschlossen.

Insgesamt sind unter anderem folgende Innovationen aus dem Projekt zu erwarten:

  • Evaluierung bzw. Best-Practice Beispiele für den Einsatz von mobilem Eyetracking und Videoanalyse in Feldstudien
  • Identifikation von sicherheitsrelevanten Parametern der Radinfrastruktur
  • Optimiertes Map Matching von Sensordaten und hochgenauer, digitaler Repräsentation des Straßenraums
  • Standards und Empfehlungen für Naturalistic Cycling Studies in Österreich

Das Projekt Bikealyze wird bis August 2016 laufen. Mit ersten Ergebnissen in Teilaspekten wird im Herbst 2015 zu rechnen sein.

Präsentation Projektstudie „Erreichbarkeit im Lebensmittelhandel – Wissenschaft trifft Praxis“

Foto Befragung FahrradkundenDie Erweiterung von Verkaufsflächen im Handel und damit die mögliche Verlagerung von Kaufkraft, Arbeitsplätzen und Verkehr wird in Salzburg aktuell kontrovers diskutiert. Ungeachtet dieser Diskussion hat das Unternehmen Hofer KG mit dem PLUS Career Center der Universität Salzburg vor einem Jahr ein interfakultäres Pilotprojekt initiiert, um die Erreichbarkeit der Hofer-Filialen in der Stadt Salzburg mit dem Umweltverbund im Kontext von Kundenzufriedenheit und Mobilitätsattraktivität zu ermitteln.

Mobilitätsattraktivität und Erreichbarkeit von Standorten erheben, analysieren und visualisieren

Erreichbarkeit von Hofer Filialien - FahrradDurchgeführt wurde diese Projektstudie von Katharina Kaltenbrunner, FB Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der RW Fakultät, Bernhard Zagel vom GI Mobility Lab des IFFB Geoinformatik – Z_GIS und Studierenden beider Fachbereiche im Rahmen von zwei Lehrveranstaltungen. Das LV-Projekt lieferte auf Basis einer großen empirischen Studie bei den Kunden des Lebensmittelversorgers eine kritische Analyse zur Attraktivität von Hofer-Filialen in der Stadt Salzburg. Diese Erhebung wurde auf Basis von demographischen Daten durch geoinformatische Analysen abgeglichen und analysiert.

In der Studie behandelte Fragen und Anknüpfungspunkte:

  • Wie sieht die Erreichbarkeit der Hofer-Filialen in der Stadt Salzburg durch den Umweltverbund aus?
  • Welche Einzugsgebiete haben die einzelnen Filialen aus Sicht von Fuß-, Rad- und Öffentlichem Verkehr?
  • Wirkt sich die Erreichbarkeit als nachhaltiger Faktor für Kundenzufriedenheit aus?
  • Welches Potential bietet die geoinformatische Betrachtung einer Befragung?
  • Wie wirken sich die Ergebnisse auf aktuelle und künftige Entscheidungen aus?
  • Bestätigt die wissenschaftliche Studie die Annahmen aus der Praxis?
  • Welcher Nutzen ist auf beiden Seiten entstanden?

Präsentation der Projektstudie – Erreichbarkeit im Lebensmittelhandel
Ort: Unipark Nonntal, Raum 4.302 (Dachterasse, 4. Stock) | 11.05.2015, 18:00 Uhr

Programm:
Begrüßung: VR Univ.-Prof. Dr. Sylvia Hahn
Vorstellung der Projektstudie und Zielsetzungen (Dr. Martin Mader)
Präsentation ausgewählter Ergebnisse der Befragung und GI Analyse (Dr. K. Kaltenbrunner, Dr. B. Zagel und Studierende)
Empfehlungen zur Verbesserung von einzelnen Filialen (Mag. Edwin Feichter, Hofer KG).

Diskussion und Imbiss im UNIKUM SKY

Öffentliche Veranstaltung – Interessierte sind herzlich eingeladen!

EDC Best Student Award für Robin Wendel

Großer Erfolg für Robin Wendel: für die Entwicklung eines Web-basierten Tools zur interaktiven Straßenraumbewertung erhielt Robin kürzlich den renomierten Best Student Award von ESRI. Der Fachbereich für Geoinformatik, Z_GIS, vergibt als ESRI Developer Center diesen Preis einmal jährlich.

Im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelte Robin eine Anwendung, mit Hilfe derer der Straßenraum anhand von gewichteten Indikatoren hinsichtlich seiner Qualität (z.B. Verkehrssicherheit für RadfahrerInnen) evaluiert werden kann. Technologisch machte sich Robin eine ArcGIS Server Infrastruktur, gekoppelt mit dem Cloud Service von ArcGISonline zunutze; die Funktionalität ist mittels JavaScript implementiert.
Im Vergleich zum vorhandenen Indikatoren-basierten Bewertungsmodell (Loidl & Zagel 2014), erlaubt dieses Tool die interaktive Adaption der Gewichte sowie eine Simulation von Maßnahmen. Diese Interaktivität ist sowohl ein wichtiger Baustein für die Entwicklung personalisierter Informationssysteme, dient aber auch der Kalibrierung des vorhandenen Modells und kann darüber hinaus für Simulationszwecke verwendet werden. Insbesondere der letzte Aspekt macht diese Anwendung zu seinem interessanten Werkzeug für den Planungsalltag: bevor Maßnahmen eingeleitet bzw. umgesetzt werden, kann der Effekt dieser Änderungen auf die Gesamtqualität des Straßenraums simuliert und aus Sicht bestimmter NutzerInnengruppen bewertet werden. So kann sich beispielsweise herausstellen, dass die Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit einen ähnlichen Effekt auf das Gefährdungspotential von RadfahrerInnen hat, wie das Auftragen eines Mehrzweckstreifens etc.

Noch ist die Anwendung nicht frei im Web verfügbar – an einer Version über diesen ersten Demonstrator hinaus wird jedoch gearbeitet. Konzeptionell ist die Anwendung einfach auf weitere Anwendungsfälle übertragbar. Im Zuge der aktuellen Projekttätigkeit im GI Mobility Lab, lag die Demonstration im Kontext der Radverkehrssicherheit jedoch nahe.